Seit vielen Jahren gibt es bei uns im Rettungsdienst neben dem BOS-Funk auch die Möglichkeit mit einem “Diensthandy” zu kommunizieren. Dies ist besonders ins speziellen Einsatzlagen (z.B. Grossschadensfall, Geiselnahme, o.ä.) ein grosser Vorteil, da man mit dem Disponenten direkt und ohne störende Funkgeräusche oder Zwischenrufe sich absprechen kann. Zudem ist der Mobilfunkkanal auch bei Voranmeldungen für bestimmte Kliniken ein Vorteil, da man z.B. auf Rückfragen besser reagieren kann als über BOS-Funk. Ausserdem nervt mich das ständige Verstopfen des Rettungsdienstfunkkanals mit Funksprüchen wie:
“Der Patient ist soundsoalt - männlich - leidet an demunddemsymptomenodererkrankungen / (bzw) mit dem Cedus irgendeinenummer - melden sie uns in der Klinikamarschderwelt an - Eintreffzeit in soundsoviel minuten - notarztbegleitet, nicht abkömmlich - zum Frühstück hat er dasunddas gegessen bla bla…”
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass bei bestimmten Anfragen seitens der Leitstelle oder vom Rettungsdienst nicht die gesamte Westküste Schleswig Holsteins mithört (seit einigen Jahren gibt es bei und die IRLS West - eine Integrierte Rettungs- und Feuerwehrleitstelle, welche über die Kreisgrenzen hinweg von Wedel bis nach Heide und von Kellinghusen bis nach Helgoland die Einsätze annimmt und verteilt…und vorraussichtlich im nächsten Jahr zu einer “Kooperativen Leitstelle” =Rettungsdienst/Feuerwehr/Polizei wird…).
Da die meisten Mobiltelefone allerdings nicht für den alltäglichen Rettungsalltag geeignet sind sondern eher chic aussehen müssen, viel Schnick-Schnack integriert haben müssen um dem normalen privaten Nutzer zu gefallen, gibt es auch heute noch kaum entsprechende Geräte, welche den hohen Belastungen im Fahrdienst gewachsen sind. Wichtig ist eine lange Akkulaufzeit (liebe Leitstellendisponenten! Ja es ist wahr: wenn es heisst, dass das Diensthandy mal wieder nicht an Bord ist und geladen werden muss…), ein wirklich robustes Gehäuse (diese Dinger fallen gerne mal aus der Tasche beim Patientengeschleppetransport durch viel zu enge Treppenhaus…), eine Bluetoothschnittstelle (für die Freisprecheinrichtung - welche auf den RTWs allerdings noch fehlt!!) und nicht zuviel unnützen integrierten Kram (wird nicht genutzt und geht dann eher kaputt).
Auf meiner täglichen Netzrundfahrt bin ich nun auf ein scheinbar perfektes Rettungsdiensthandy gestossen. MC Winkel aus Kiel hat dieses einmal auf Herz und Nieren geprüft und alles in seinem sehenswerten V-Log “das robusteste Handy der Welt” (video) festgehalten.