…woran ich mich gewöhnen muss:
Nach über sieben Jahren reiner Stadtrettung in Pinneberg (Grossrettungswache mit mehreren RTW und einem NEF) arbeite ich nun seit knapp einem Jahr im Kreis Steinburg. Im Gegensatz zur RW 31 (Pinneberg) bin ich in meinem neuen Heimatverbund nicht nur auf einer Rettungswache sondern als sog. “Springer” auf allen Wachen im Kreis Steinburg tätig. Vorrangig arbeite ich zwar auf der “Hauptwache” in Itzehoe - ebenfalls Stadtrettung (ähnlich wie Pinneberg od. Elmshorn: viele kurze Einsätze, regelmässig keine Mittagspause etc), ab und zu rette ich aber auch auf Aussenwachen: Kellinghusen, Glückstadt, Nordoe und Büchsenkate…

Außerhalb von Itzehoe dreht sich (fast) alles um die Landwirtschaft. Kühe, Pferde, Schafe, Heu… Plötzlich spricht die Mehrheit meiner Patienten nicht mehr türkisch wie in Pinneberg sondern Plattdeutsch. Der Senior-Bauer ruft erst an wenn “das Bein schon ab ist” und der Notarzt braucht eine ganze Weile bis er hier draussen die entlegensten Einsatzorte erreicht (in Pinneberg/Elmshorn/Itzehoe dauert das meistens keine fünf bis zehn Minuten). Oder der Notarzt kommt aus der Luft (via Rettungshubschrauber aus HH od. RD), aber selbst dann braucht er ewig - im Vergleich zu meiner ehemaligen Stammwache. Ausserdem sind “auf dem Land” die Anfahrtswege extrem länger. Bis letztes Jahr empfand ich die Strecke Pinneberg-Wedel als recht lang… Pustekuchen! Darüber lache ich heute. So manche Patienten sollten es sich wirklich nocheinmal überlegen so sehr abseits zu leben - aber das gehört dazu: Wer abgeschieden wohnen möchte, den erreichen wir auch nicht so schnell wie in der Stadt. Hilfsfristen einhalten wird da zur neuen Herausforderung! “In der Stadt” habe ich mir darüber nie wirklich Gedanken gemacht…

31 und 21 (und 22, 23, 24, 25) - Die Arbeitsweisen ähneln sich sehr - bedingt durch den gemeinsamen Arbeitgeber. Regionale Unterschiede kräftigen den Zusammenhalt (z.B. “steinburger Tragestuhl” oder “pinneberger 31-Nadel”) und gemeinsame Arbeitsgruppen, Fortbildungen und Feiern lassen die (Kreis-)Grenzen schwinden.
Ob Stadt-, Land- oder Sonstwelche Rettung: Wir machen alle Rettungsdienst. Nur ist es auf einigen Wachen (z.B. in Büchsenkate) manchmal noch entspannt dabei…

Ich bin froh, dass ich über verschiedene Wachen wechsel - so habe ich manchmal eine “ruhige Nacht” (ja, die gibt es!) und andererseits wird es nicht langweilig.
PS: Schönen Gruss von der Rettungswache Büchsenkate…
(ich begebe ich dann mal in die “Ruheposition”)
…und für die Eingeweihten: NUKULAR!